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Cloud Native Summit Munich 2026: Unser Recap zum Münchner Tech-Highlight
Montag, 13. Juli 2026
Der Cloud Native Summit München 2026 bewies einmal mehr, warum er zu den wichtigsten Treffen der Cloud-Native-Community in Europa zählt. An zwei intensiven Tagen mit zahlreichen Vorträgen und Workshops kamen Entwickler, Ingenieure und Entscheidungsträger zusammen, um Fortschritte zu erleben, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven auf die drängendsten Themen der Cloud-Technologie zu gewinnen. Ein zentrales Thema der Veranstaltung war: Künstliche Intelligenz hat den Sprung von der Keynote-Bühne in die Produktion geschafft und die Community arbeitet intensiv daran, sie zuverlässig, sicher und kostengünstig einzusetzen.
Plattformentwicklung im Enterprise-Maßstab: Erkenntnisse aus BMWs vernetzten Fahrzeugen
Eine der herausragenden Sessions führte die Zuhörer in das Ökosystem der vernetzten Fahrzeuge von BMW. Eine Plattform, die 24,5 Millionen Fahrzeuge in über 450 Kubernetes-Clustern bei drei Cloud-Anbietern unterstützt und täglich über 130.000 Builds verarbeitet. Die Referenten erläuterten BMWs Weg von einem On-Premises-Backend zu „Orbit“, einer umfassenden Plattform, die größtenteils auf Amazon EKS basiert. Besonders überzeugend war der Fokus auf bewusste Engineering-Entscheidungen: die Orchestrierung von CI/CD über 1.300 Microservices und der Einsatz von Karpenter zur Optimierung der Ressourcennutzung in Hunderten von Clustern. Die Botschaft an die Teilnehmer war eindeutig: Gezielte Plattformentwicklung führt zu echten Gewinnen in Entwicklerproduktivität, betrieblicher Effizienz und Agilität und zwar unabhängig von der Unternehmensgröße.
Zu den Top 5 % gehören: Von der Automatisierung zur kontextbezogenen Delegation
Eine anregende Session begann mit einer ernüchternden Statistik: Laut Gartner scheitern 95 % der KI-Initiativen in Unternehmen. Nicht aufgrund der Technologie, sondern weil Organisationen die kulturelle, operative und kontextuelle Grundlage für den produktiven Einsatz von KI fehlt. Basierend auf praktischen Erfahrungen aus der Plattformentwicklung und dem Unternehmensbetrieb des Volkswagen Konzerns plädierte der Vortrag für einen Wandel von skriptbasierter Automatisierung hin zu kontextbezogener, handlungsorientierter Delegation. Für Systeme, die ihre Umgebung, Abhängigkeiten und Absichten verstehen. Durch die Einbettung von Kontext in Kontextgraphen können Teams von der Pflege fehleranfälliger Skripte zur Delegation von Ergebnissen übergehen und so eine deterministische, nachvollziehbare und robuste Automatisierung ermöglichen, selbst in abgeschotteten Umgebungen. Die wichtigste Erkenntnis blieb im Publikum haften: Wahrer Erfolg hängt weniger von den Tools ab, sondern vielmehr von der Denkweise, der Governance und einer Kultur, die bereit ist, alte Gewohnheiten zu hinterfragen.
Die Trinität der Beobachtbarkeit im KI-Zeitalter
Da KI zunehmend zum integralen Bestandteil der Softwareentwicklung, des Testens und des Betriebs wird, argumentierte eine Session überzeugend, dass sich die Beobachtbarkeit parallel zu ihr weiterentwickeln muss. Und zwar für Mensch und Maschine gleichermaßen. Der Referent von Dynatrace strukturierte den Vortrag anhand dreier Lektionen: Wie sich die Beobachtung einer Anwendung von der Beobachtung einer KI oder eines Workflows unterscheidet; wie Feedback zur Beobachtbarkeit KI-Systeme messbar verbessert; und wie Kosten und Auswirkungen bei gleichzeitig höherer Geschwindigkeit kontrolliert werden können. Praktische Anleitungen zu offenen Standards wie OpenTelemetry und OpenLLMetry boten den Teilnehmern konkrete Möglichkeiten, Einblicke in ihren eigenen KI-Einsatz zu gewinnen und diesen zu optimieren. Sei es für die Programmierung, Automatisierung oder kundenorientierte Funktionen.
KI-Sandboxes vs. Container: Die wahren Kosten der Sicherheit
Da immer mehr Unternehmen agentenbasierte Workloads in der Produktion einsetzen, ist die Frage der Isolation dringlich geworden. Eine Session widmete sich diesem Thema direkt. Der Vortrag untersuchte, warum Container, die uns jahrelang gute Dienste geleistet haben, möglicherweise nicht mehr ausreichend Isolation für autonome KI-Workloads bieten und welche Vorteile KI-Sandboxes stattdessen bieten. Entscheidend war, dass die damit verbundenen Kompromisse nicht ausgespart wurden und die Auswirkungen einer stärkeren Isolation auf Kosten und Leistung abgewogen wurden. Es war eine aktuelle und fundierte Diskussion für alle, die Sicherheit und Effizienz abwägen müssen, wenn Agenten in die Produktion gehen.
Nicht debuggen, sondern zurücksetzen: Deklaratives Kubernetes mit Talos Linux
Abgerundet wurden die praktischen Highlights durch einen Einblick in die deklarative Ausführung von Kubernetes und eine einprägsame Philosophie: Wenn ein Knoten ausfällt, zurücksetzen statt debuggen. Anhand von Live-Demos aus einem privaten Heimlabor zeigte der Referent, wie Talos Linux – mit seiner minimalen Angriffsfläche, dem API-gesteuerten Clustermanagement und den sicheren, unveränderlichen Standardeinstellungen – das Gewirr imperativer Befehle ersetzt, die um 1 Uhr nachts an einem Samstag nie wirklich Sinn ergeben. Die Teilnehmer verließen die Veranstaltung mit einem klaren Verständnis dafür, warum eine minimale, unveränderliche Verteilung eine Stärke und keine Einschränkung darstellt, sowie mit einem praktischen Ansatz für deren Anwendung – unabhängig davon, ob ihre Cluster auf ARM-Boards, in Cloud-VMs oder am Edge laufen.
Spannende Perspektiven und bleibende Verbindungen
Wie in den Vorjahren lag der wahre Wert des Cloud Native Summit München im Austausch zwischen den Teilnehmern. Die entspannte und dennoch professionelle Atmosphäre förderte diesen Austausch.
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